K-Jetronic

Die Kraftstoffpumpe (eine Rollenzellenpumpe) saugt den Kraftstoff aus dem Tank und fördert ihn durch einen Druckspeicher und Filter in den Mengenteiler. In der Pumpe befinden sich noch ein Rückhalteventil, um den Druck im System zu halten, und ein Überdruckventil, um bei zu hohem Druck (ca. 7 bar) den Kraftstoff wieder vor die Pumpe zu fördern, damit das System geschützt ist.
Hinweis: Oftmals wird dieses Ventil nicht mehr ganz dicht, und die Pumpe baut zu wenig oder keinen Druck auf.

Der Druckspeicher enthält eine Feder und eine Membran. Diese sollen die Pulsationen im Kraftstoff, erzeugt durch die Kraftstoffpumpe und dem abfliessenden Kraftstoff im Mengenteiler, vermindern. Zudem sorgt er beim Starten durch einen etwas verzögerten Druckaufbau dafür, dass der Steuerkolben nach unten gedrückt wird und ein unkontrolliertes Einspritzen verursacht. Als dritte Funktion hält der Druckspeicher den Druck beim Abstellen hoch, damit dieser nicht zu schnell absinkt und ein schnelles Anspringen gewährleistet wird.

Am Mengenteiler befindet sich der Systemdruckregler, Der Systemdruckregler regelt den Systemdruck auf ca. 5 bis 5,6 bar. Dazu befindet sich innerhalb des Systemdruckreglers eine Feder, die bei Erreichen des Systemdrucks eine Bohrung öffnet, wo dann der überschüssige Kraftstoff abfließen kann. Bei manchen Fahrzeugen befindet sich zusätzlich ein Aufstossventil im Systemdruckregler. Dieses öffnet bei Motorlauf den Rücklauf zum Steuerdruckkreis und verhindert bei abgestelltem Motor ein Leerlaufen des Steuerdruckkreises und damit einen besseren Start des Motors. Der Systemdruckregler kann zerlegt und mit Plättchen eingestellt werden. Das ist allerdings als Tuningmassnahme nicht geeignet.

Der Kraftstoff strömt im Mengenteiler über eine Drossel oberhalb des Steuerkolbens und von dort über eine Leitung zum Warmlaufregler. Der Warmlaufregler ist am Motor verschraubt und enthält eine Heizung und je nach Fahrzeug auch einen Unterdruckanschluss zur Vollastanreicherung.

Der Warmlaufregler regelt den Druck oberhalb des Steuerkolbens und sorgt für eine Gemischanreicherung bei kaltem Motor, da sich der Kraftstoff an den Wänden des Saugrohres kondensiert. Dazu befindet sich innerhalb des Warmlaufreglers eine Bi-Metallfeder, die auf eine Membran wirkt und somit den Rückfluss zum Systemdruckregler begrenzt. Bei kaltem Motor oder bei Volllast wird der Durchfluss grösser, und der Druck oberhalb vom Steuerkolben sinkt ab (bei warmem Motor ca. 3,5 bar und bei kaltem Motor ca. 0,5 bar (Herstellerangaben beachten!)). Bei Erwärmung des Warmlaufreglers durch die Heizung und des Motors, wird die Bohrung zum Rücklauf zunehmend verschlossen. Dadurch steigt der Steuerdruck an, der Steuerkolben kann nicht mehr zu hoch gedrückt werden und die Steuerschlitze lassen weniger Kraftstoff durch. Es strömt weniger Kraftstoff zu den Einspritzdüsen und das Gemisch wird abgemagert.

Die Vollastanreicherung geschieht über den Unterdruckanschluss am Warmlaufregler. Dazu befinden sich zwei Kammern im Warmlaufregler. Bei Vollgas fällt der Unterdruck zusammen, und die Vollastmembran wird durch eine Feder nach unten gedrückt. Dieses bewirkt, dass der Steuerdruck sinkt und der Steuerkolben weiter ausgelenkt und damit mehr Kraftstoff eingespritzt wird.

Der Mengenteiler besteht aus zwei Hälften, die durch eine Membran getrennt sind. Das Zerlegen und Zusammenbauen des Gehäuses können dazu führen, dass die Anlage nicht mehr richtig arbeitet. Der einströmende Kraftstoff gelangt zu den Unterkammern und fliesst danach durch kleine Schlitze am Steuerkolben vorbei in die Oberkammer. Die Unter- und Oberkammer sind durch eine Membran verbunden. In der Oberkammer befindet sich ein Differenzdruckventil, welches durch eine Feder immer eine Druckdifferenz von 0,1 bar aufrechterhält. Die Anzahl der Kammern wird bestimmt durch die Anzahl der Zylinder, die ein Motor hat. Ein Vier-Zylinder-Motor hat demnach also vier Ober- und Unterkammern und dementsprechend vier Anschlüsse am Mengenteiler. Die Steuerkante des Steuerkolbens bestimmt die Durchflussmenge zu den Oberkammern, je nach Luftdurchsatz an der Stauscheibe, die angehoben, bzw. gesenkt wird. Gedämpft und gesteuert wird der Steuerkolben vom Steuerdruck, der oben auf dem Kolben drückt. Je höher der Oberkammerdruck durch Zufluss des Kraftstoffes über die Steuerschlitze wird, desto mehr biegt sich die Membrane es strömt mehr Kraftstoff in die Oberkammer. Der Kraftstoff gelangt dann über die Anschlüsse oberhalb des Mengenteilers zu den Einspritdüsen, die ab ca. 3 bar öffnen und den Kraftstoff einspritzen und vorlagern.

Geregelt wird der Kraftstoffzulauf in der Hauptsache über die Stauscheibe. Diese befindet sich im Luftmengenmesser und wird durch den Luftstrom abgesenkt. Durch den Hebel, der sich an der Stauscheibe befindet, wird der Steuerkolben angehoben und die Steuerschlitze entsprechend geöffnet. Dadurch fliesst mehr oder weniger Kraftstoff in die Oberkammern und damit zu den Einspritzventilen.

Ein kalter Motor benötigt mehr Kraftstoff und viel Luft zum Anspringen. Den nötigen Kraftstoff erhält der Motor zusätzlich über das Kaltstartventil. Dieses wird über den Thermozeitschalter angesteuert. Im Thermozeitschalter befindet sich eine Bimetallfeder und eine Heizspule. Beim Starten wird die Heizung bestromt und erwärmt die Bimetallfeder. Solange die Bimetallfeder geschlossen ist, stellt sie einen Kontakt her und lässt Strom zum Kaltstartventil fliessen. Dieses öffnet und sprüht den Kraftstoff ein, welches zusätzlich noch verwirbelt wird. Sobald sich die Bimetallfeder im Thermozeitschalter erwärmt hat, öffnet sich der Stromkreis, und das Kaltstartventil schliesst wieder.

Die Zeit und die Temperatur sind vordefiniert und teilweise auf dem Schalter ablesbar. Dort steht wann der Schalter nicht mehr schliesst, um eine Gemischüberfettung zu vermeiden.

Die Zusatzluft wird über den Zusatzluftschieber bereitgestellt. Im Zusatzluftschieber befindet sich eine Blende, eine Bimetallfeder und eine Heizung. Bei kaltem Motor ist die Blende so gedreht, dass sich die Lochblende ganz offen zeigt. Bei zunehmender Erwärmung durch die Heizung dreht das Bimetall die Blende, und die Öffnung verschliesst sich. Bei warmem Motor ist sie dann ganz geschlossen. Durch die Motorwärme bleiben die Blende und das Kaltstartventil bei erneuten Motorstart geschlossen.

Der Leerlauf wird über eine Schraube am Saugrohr eingestellt, welche dann entsprechend Ansaugluft über einen Schlauch in den Ansaugtrakt lässt.
Das Gemisch wird über eine 3mm Inbusschraube – welche auf den Hebel an der Stauscheibe wirkt – eingestellt, was dafür sorgt, dass der Steuerkolben angehoben oder gesenkt wird. Diese Schraube befindet sich zwischen dem Mengenteiler und dem Luftkanal bzw. Ansaugstutzen, in dem auch die Stauscheibe zu sehen ist.

Lambdaregelung:

Bei Fahrzeugen mit Lambdaregelung ist zusätzlich ein Taktventil eingebaut, was den Unterkammerdruck etwas absenkt, bzw. anhebt und damit dafür sorgt, dass die Membran in der Oberkammer mehr oder weniger Kraftstoff durchlässt. Die Lambdasonde misst den Restsauerstoff im Abgas und das Steuergerät steuert das Taktventil entsprechend an.

Bei den zur G-Kat Nachrüstung angebotenen Systemen oder bei der  KA-Jetronic, wird ein Taktventil parallel zum Warmaufregler geschaltet. Dieses beeinflusst dann den Steuerdruck entsprechend.